Leseweisung

 

Ist es denn eine Strafe, ein Buch zu lesen?

Im Jugendstrafrecht steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund, um in erster Linie weitere Straftaten zu vermeiden. Deshalb zielen jugendrichterliche Sanktionen darauf ab, Erziehung zu fördern und zu sichern, indem sich Jugendliche über das Medium Buch mit sich selbst, ihrer Straftat oder Aspekten wie Schuld, Verantwortung oder Konflikten auseinandersetzen.

Warum ist eine Leseweisung sinnvoll?

Als Reaktionsmöglichkeit auf jugendliches Fehlverhalten kann die Auseinandersetzung mit einem Buch dem Jugendlichen neue Sichtweisen oder Entwicklungsperspektiven eröffnen. Unsere ausgewählten Jugendbücher haben vielfach Themen zum Gegenstand, die der Lebenswelt der Jugendlichen entsprechen. Über die Geschichte können Anknüpfungspunkte zur eigenen Person und zum eigenen (Fehl-)Verhalten hergestellt werden.

Die Leseweisung dient der

  • Selbstreflexion
  • Ausarbeitung von Lösungsstrategien
  • Förderung von Sprache und Ausdruck
  • Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und persönlichen Problemlagen

    Leseecke verkleinert

 

"Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zum Denken zu verleiten"

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

 

Die Leseweisung ist ein Beitrag gegen die Radikalisierung der Sprache und gibt Gesprächen eine oft verlorengegangene Tiefe zurück.

Wie wird die Leseweisung durchgeführt?

Beim ersten Gespräch wird mit dem Jugendlichen gemeinsam ein geeignetes Buch ausgewählt, das er sich entweder kaufen oder bei uns ausleihen kann. Innerhalb eines festgelegten Zeitraums muss das Buch gelesen und die zugeteilten Fragen beantwortet werden. In den weiteren Gesprächen folgt eine intensive Auseinandersetzung mit der Lektüre, die eine Verbindung mit der Straftat oder der individuellen Lebenssituation herstellen kann.

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